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Bietet Ihnen einen detaillierten Überblick, sowie
zahlreiche Informationen über ein Studium in Ungarn. |
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Bewerbung: vom 20. März bis zum 20. Juni. Die Zulassungskommission tagt
im April und Juni, anschließend werden die Bewerber benachrichtigt. |
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Peter Meleghy
Foto: Wolf Wichmann |
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Alles was Sie über Ungarn wissen wollen und hier nicht finden,
liefern wir Ihnen schnell und zuverlässig. Haben Sie Vorschläge?
Schreiben Sie Ihre Meinung und Vorschläge. Ihre Fragen beantworten
wir per Mail:
E-Mail
an Peter Meleghy |
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| Universitätsstudium |
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| STUDIENABSCHLUSS MIT 71 JAHREN |
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Der große Konzertsaal im Haus der Künste ist bis auf den letzten
Platz gefüllt. Drei Ränge und das Parkett sind voller Menschen,
darunter 450 Absolventen der Semmelweis Universität für Medizinische
Wissenschaften. Sie kommen aus Finnland, Norwegen, Schweden,
England, Deutschland, China, Japan, Syrien, Israel, Palästina,
aus verschiedenen afrikanischen Ländern und Ungarn. Neben ihnen
sitzen die Eltern und Freunde. Auf der Bühne die Leiter der
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Universität, der
Rektor, der Dekan die Professoren. Der Medizinische
Eid wird auf Deutsch, Englisch und Ungarisch
vorgelesen und von den Doktoranden wiederholt.
Dabei sind auch die bemerkenswerten Versprechen
nach ständiger Fortbildung, Achtung der Kranken
und Mehrung des Ansehens der Universität. Anschließend
kommen die jungen Doktoren nach einander auf
die Bühne. Sie tragen schwarze Doktorhüte,
schwarze Umhänge, weiße Handschuhe. Sie ergreifen
die ausgestreckte Rechte des Rektors Dr. Tulassay,
anschließend des Dekans Dr. Karádi. Dazu ertönt
leise klassische Musik. Die Zeremonie dauert
Stunden. Nach dem zwanzigsten Händeschütteln
lockern die beiden Herren ihre Handgelenke
unauffällig hinter ihrem Rücken. Verständlich.
Vielen der jungen Doktoren ist die Anspannung
der Prüfungszeit noch anzusehen, andere lächeln
gelöst, mehrere Junge Frauen machen einen Knicks.
Nach jedem Händedruck folgen Applaus und Bravorufe.
Am lautesten und längsten wird die deutsche
Dr. Elen Peters gefeiert, die das Medizinstudium
2002 im südungarischen Szeged mit 65 Jahren
begonnen, nach der Medizinischen Vorprüfung
(Physikum) in Budapest fortgesetzt – und es
nun mit 71 Jahren abgeschlossen hat.
„Für die Semmelweis Universität ist das die
absolute Ausnahme“, sagt die Physiologie-Professorin
der deutschen Gruppe Dr. Erzsébet Ligeti, „so
etwas ist noch nie vorgekommen.“ In ganz Ungarn
nicht und auch im viel größeren Deutschland
nicht.
Für Dr. Elen Peters war das Studium keine
Liebhaberei, „es war mein Lebenstraum",
sagt sie. Nachdem sie bei der AOK gearbeitet
und hauptsächlich Zahnersatz-Anträge genehmigt
oder abgelehnt hat, das Abitur nachgemacht
und drei Jungs großgezogen hat, war die Gelegenheit
da. Und die Dissertation ist nicht das Ende
ihrer Wünsche. Da sie früher in Frankreich
gedolmetscht und gute Kontakte zu Medizinern
hat, kann sie dort oder auch in Deutschland
arbeiten. Doch am allerliebsten würde sie ihre
Facharzt-Ausbildung als Internistin in Budapest
absolvieren. „Darmerkrankungen finde ich besonders
interessant“, sagt sie.
Für die neun jungen Doktoren aus Deutschland
hält Dr. Philine Schingale eine kurze Rede:
Sie lobt das persönliche Verhältnis zu den
Professoren und die gute Zusammenarbeit mit
den deutschen Kommilitonen. „Dazu hatten wir
das Glück“, sagt sie „eine erfahrene Frau in
der Gruppe zu haben – die von Besuchern entweder
für eine Gastprofessorin oder eine Patientin
gehalten wurde.“ Doch nicht nur das: „Wir haben
viel von ihr gelernt: Wie man drei Jungs ohne
einen Ehemann erzieht und schwäbisches Sauerkraut
kocht.“
Über die Qualität der Ausbildung zeugt auch
die Tatsache, dass von den 450 Absolventen
117 mit Summa cum laude die Semmelweis Universität
in Budapest verlassen. Wichtig dabei, wie mehrere
der jungen Doktoren berichten, ist das segensreiche
Vorbereitungsjahr zum Studium. Abiturienten,
die aus Faulheit, oder weil ihnen ihre erste
Liebe die Zeit zum Lernen geraubt hat, und
deshalb Physik, Chemie oder auch Biologie abgewählt
haben und trotzdem Medizin studieren wollen,
können bei College International in Budapest
und in Szeged das Versäumte nachholen. Bei
entsprechendem Engagement kann auch die Abitur-Durchschnittsnote
verbessert werden. Kurz, es gibt glänzende
Aussichten für weitere gut ausgebildete Mediziner
aus Ungarn für europäische, nahöstliche, asiatische
und afrikanische Arztpraxen und Krankenhäuser.
P.M. |
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| Studieren in Ungarn |
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Pfingsttreffen am Heldenplatz
in Budapest |
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Die Studienangebote sind zahlreich, noch dazu werden keine Ungarischkenntnisse vorausgesetzt - die Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.
Die längste Erfahrung mit deutschen Studenten - seit 1983 - hat die renommierte Semmelweis Universität für Medizinische Wissenschaften in Budapest. Dort studiert man auch Zahnmedizin. Und weil dies alles so gut läuft, bietet seit drei Jahren auch die Universität Szent-Györgyi im südungarischen Szeged und seit diesem Jahr die Uni Pécs (Fünfkirchen) Medizinstudien an.
Dass der Unterricht effektiv und praxisnah ist, bestätigen deutsche Oberärzte. |
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Bei ihnen haben die Absolventen aus Ungarn einen guten Ruf. Auch der Sohn des Ärztekammerpräsidenten, Professor Hoppe, hat in Budapest studiert. Ebenfalls beliebt unter den deutschen Studenten ist die tierärztliche Fakultät der Szent István Universität in Budapest. |
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Ungarn bietet echte Vorteile: Ein Numerus clausus gibt es nicht; ein Wechsel auf eine deutsche Uni ist nach dem Physikum möglich; Diplome und Dr.-Titel werden in Deutschland anstandslos anerkannt.
Für Abiturienten, die Physik, Chemie und Biologie abgewählt oder nur eine Durchschnittsnote über 2,5 erreicht haben, veranstalten die vier Hochschulen gemeinsam ein Vorbereitungsjahr. Bei guten Leistungen verbessert sich die Durchschnittsnote um 0,4 bis 1,3 Punkten. (Details siehe weiter unten)
Bei den Anfänglichen Schwierigkeiten mit Anmeldung, Krankenversicherung, Wohnungssuche hilft - ebenfalls schon seit 20 Jahren - das College International Student Service Center. Diese Institution vermittelt auch das vierjährige "Zwillings-Studium" an der McDaniel College Budapest (Ungarn) und in Westminster (Maryland/USA) mit Fächerkombinationen Business Administration & Economics, Political Science & Economics, Political Science & History, Political Science & International Studies und Communication. Die ersten zwei Jahre können in Budapest, die beiden letzten in Maryland absolviert werden. Die Unterrichtssprache ist Egnlisch. Der Studienbeginn in Ungarn höchst attraktiv: Die Ausbildung in Budapest ist zweifellos besser als in den USA. Die Studiengebühren, mit jährlich 6.900 Euro, niedriger. Denn in den Vereinigten Staaten betragen sie 24.000 $. Obendrein bekommen die aus Budapest kommenden Studenten eine Ermäßigung von einmalig 10.000 US-Dollar.
Über die "Zwillings-Studien" informiert College International.
Ansprechspartner: Zoltán Palotás, Zsuzsa Vastagh, Gábor Cimborás.
Für den Studienort Budapest sprechen auch die kulturellen Angebote einer mitteleuropäischen Metropole, die gastfreundlichen Menschen und die wesentlich niedrigeren Lebenshaltungskosten. Die Miete einer Zwei-Zimmer-Wohnung kostet im Monat etwa 300 €, die Krankenversicherung 230 Euro pro Jahr, ein Mensa-Essen 2 Euro - und ein Bier in der Kneipe etwa 1 Euro. Laut einer UNESCO-Untersuchung ist Budapest eine der preiswertesten Städte Europas
- und Szeged in der südungarischen Provinz ist natürlich noch günstiger.
Der jüngste Stern auf dem ungarischen Universitätshimmel ist die rein deutschsprachige
Gyula Andrássy Universität in Budapest für Postgraduierte. Die interdisziplinäre Ausbildung
hat den Schwerpunkt: Europäische Union und die Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen
Staaten. Bei der feierlichen Eröffnung im November 2002 war neben dem ungarischen
Staatspräsidenten Ferenc Mádl auch der damalige deutsche Bundespräsident Johannes Rau anwesend.
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Auskunft und Bewerbung:
College
International
Postadresse: H-1406 Budapest 76
Postfach 51
Besucheradresse: Bethlen Gábor tér 2
H-1071 Budapest
Tel.: 0036-1-413-3014 od. 0036-1-413-3000
Fax: 0036-1-413-3030
E-Mail: info@ungarnstudium.hu
Web: www.ungarnstudium.de |
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Vertretung in Norddeutschland:
Dr. Ralf Dux
Paulinenstraße 38
32756 Detmold,
Tel.: 05231/ 38 868,
Fax: 05231/ 38 869
Vertretung
in Süddeutschland:
Robert Floris
Postfach 1747
90006 Nürnberg
Mobile: 0177/76 42 892
Tel/Fax.:09123-990526
E-Mail: robertfloris@aol.com |
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Deutschsprachige Studiengänge Humanmedizin und Zahnmedizin
Bewerbung:
von Anfang Februar bis Ende Mai 2007 (möglich auch mit dem letzten Halbjahreszeugnis); die Unterlagen bekommen Sie beim Deutschen Studiensekretariat (Adresse siehe unten).
Die Bewerber werden bis zum 30. Juni (nach späterem Eingang des Abiturzeugnisses) bis zum 20. Juli über die Entscheidung benachrichtigt. |
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Gebühren:
Bewerbungsgebühr: 135,- €
Immatrikulationsgebühr: 135,- €
Details unter www.ungarnstudium.de
Studiengebühren:
Fürs erste bis sechste Studienjahr jeweils 10.800,- € ist
(je 1. Semester 5.400,- €, je 2. Semester 5.400,- €)
Die Studiengebühren können in zwei Raten bezahlt werden.
Immatrikulationsgebühr 110,- €
Für Studenten der Zahnmedizin werden im 3., 4. und 5. Studienjahr zusätzlich an Materialkosten 530,- € berechnet.
Praktika in den Kliniken kosten 27.000,- Forint (etwa 110,- €) in der Woche.
Unterrichtsbeginn für beide Fächer: 1. September 2007
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Information, Auskunft und Bewerbung:
Adresse:
H-1085 Budapest VII.,
Ülloi út 26,
Erdgeschoss: Zimmer 6
Telefon: 0036-1-317-0932
Fax: 0036-1-266-6732
E-mail: edi@rekhiv.sote.hu
Web: www.sote.hu/deutsch/
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Budapest: von
März bis November samstags 20 Uhr
Bewerbung:
bis zum 30. Mai. Die zur Anmeldung nötigen Unterlagen bekommen Sie beim Studentensekretariat der Universität (Adresse siehe unten). |
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Gebühren:
siehe Humanmedizin-Studium an der Semmelweis Universität, Budapest
Auch hier können die Studiengebühren in zwei Raten bezahlt werden.
Information, Auskunft und Bewerbung:
Adresse:
H-6720 Szeged,
Dóm tér 12
Tel: 0036-62-545-458 od. 0036-62-545-030 od. 0036-62-545-031
Fax: 0036/ 62 545-028
E-mail: deutsches.programm@medea.szote.u-szeged.hu
Web: www.szote.u-szeged.hu/angoltit/deutsch/index.htm |
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Bewerbung:
vom 20. März bis zum 20. Juni. Die Zulassungskommission tagt im April und Juni, anschließend werden die Bewerber benachrichtigt.
Gebühren:
Bewerbungsgebühr 135 €
Immatrikulationsgebühr 150 €
Studiengebühren für ein Jahr – zwei Semester 11.130 €
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Zu entrichten wie folgt:
kurz nach der Zulassung
(Datum im Brief) EUR 700,-
(Deposit, um sich den Studienplatz zu sichern)
bis zum 20. August
zu ergänzen auf EUR 6.930,-
(Studiengebühr WS + Immatrikulationsgebühr)
im Januar EUR 4.200,-
(Studiengebühr des 2. Semesters)
Details unter
Die Zulassungskommission tagt jeweils in der ersten Hälfte der Monate April, Juli und Dezember. Danach erfolgen die Zulassungen zum Studium. Eventuelle freie Studienplätze fürs laufende Studienjahr (zwei Semester) werden im Nachrückverfahren bis Anfang Oktober verteilt.
Studienbeginn ist der 1. September. Frei gebliebene Plätze werden im Nachrückverfahren bis Anfang Oktober verteilt. |
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Information, Auskunft und Bewerbung:
Studentensekretariat
István utca 2, Gebäude H, Zi. 102
H-1078 Budapest VII
Telefon: 0036-1-4784-116 od. 0036-1-4784-106
(Informationen zwischen 08.30-10.00 und 14.00-16.00 Uhr)
Fax: 0036-1- 4784-117
Zentrale: 0036-1-478-101
E-mail: student@univet.hu
Web: www.univet.hu/german/education/defaultdt.htm
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Bewerbung: bis zum 30. Mai.
Gebühren
Bewerbungsgebühr 135 €
Immatrikulation 135 €
Studiengebühr 5.600 € pro Semester
Vorbereitungsjahr
Vom Anfang Oktober 2007 bis Ende Mai 2008.
Unterrichtet wird in kleinen Gruppen, auf Deutsch in Budapest.
Die Fächer: Biologie, Chemie, Physik/Mathematik und Ungarisch.
Die Unterrichtsinhalte wurden von den folgenden Universitäten erarbeitet: von der Semmelweis Universität, Budapest, der Szent Györgyi Medizinische und Pharmazeutische Universität, Szeged, von der tierärztlichen Fakultät der Szent István Universität, Budapest und der medizinischen Fakultät der Universität Pécs (Fünfkirchen). |
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Die deutschen Abiturnoten werden je nach Leistung zwischen 0,4 und 1,3 verbessert.
Damit steigen die Chancen, einen Studienplatz in Ungarn zu bekommen. Veranstalter des Vorbereitungskurses: College International, Budapest.
Gebühren: Für die Registrierung: 110,- €
1. Semester 3.900 €
2. Semester 3.000 €
Details unter |
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Information, Auskunft und Bewerbung:
Adresse: Szigeti út 12.
H-7624 Pécs, Ungarn
(Hauptgebäude I. Stock Westflügel)
Telefon: 0036 72 536-117
Fax: 0036 72 536-119
E-Mail: studien.buero@aok.pte.hu
Web: www.medizinstudium.hu |
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Interview mit Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Deutschen Ärztekammer |
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 Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe |
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Bei der jüngsten Diplomverleihung in der barocken, holzgetäfelten Aula der
Semmelweis Medizinischen Universität in Budapest bekamen auch zwölf junge deutsche Ärzte ihre Urkunden.
Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der deutschen Ärztekammer, dessen Sohn ebenfalls in Budapest
studiert hat, ist bei der anschließenden Feier dabei gewesen.
Ungarisch-Deutsches
Pressebüro, Peter Meleghy:
Wie haben Sie erfahren, dass man in Budapest auf Deutsch Medizin studieren kann?
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe:
Ich bin 1992 und 93 oft in Budapest gewesen, um die Kollegen aus der MOTES (sprich: Motesch) zu treffen -
das ist die ungarische Vereinigung der Wissenschaftlichen Gesellschaften.
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Eigentlich sind wir in
berufspolitischer Mission dort gewesen, um Ärzteorganisationen gründen zu helfen.
So kam ich auch in die Semmelweis Medizinische Universität.
Dabei habe ich den damaligen Dekan kennen gelernt aber auch deutsche Studenten
der Medizin und Zahnmedizin.
PM:
Wie war Ihr Eindruck von der Qualität der Ausbildung?
Professor Hoppe:
Ich hatte schnell einen guten Eindruck gewonnen. Ich habe in Ungarn festgestellt, dass das Prinzip
der Ausbildung dem entspricht, wie ich sie in Deutschland erlebt habe, vor der Einführung der jetzigen
Ausbildungspraxis. Und als ich in Deutschland Kolleginnen und Kollegen getroffen habe, die aus Ungarn
zurückgekommen sind und ihren Beruf hervorragend ausgeübt haben, hat sich dieser Eindruck bestätigt.
PM: Wann haben Sie studiert?
Professor Hoppe:
Ich habe von 1960 bis 1965 studiert. Die Ausbildung, die ich genossen habe, ist abgeschafft worden und durch eine amerikanisch durchsetzte Ausbildung ersetzt worden. Das begann 1970.
PM: Was ist Ihre generelle Meinung über die Mediziner-Ausbildung in Ungarn?
Professor Hoppe:
Sie sticht dadurch hervor, dass sie von vornherein eine sehr praxisbezogene Ausbildung ist - bis auf eine theorielästige Zeit am Anfang des Studiums. Allerdings hat das einen Sinn und das Medizinstudium beginnt überall so, Deutschland eingeschlossen - außer in England, USA und Kanada. Ungarn ist aber insofern anders, weil dort der Kontakt der Professoren zu den Studenten viel intensiver ist. Die Professoren kennen die Studenten sehr gut und umgekehrt. So ist die Ausbildungsqualität besonders hoch, weil sie auf permanenten Reflexionen beruht. Zudem ist das ein personales Prüfungssystem, nicht so schematisiert wie bei uns. Das ungarische Prüfungssystem nimmt mehr Rücklicht auf die speziellen Fähigkeiten des jeweiligen Studenten. Bei den deutschen schematisierten Fragen - mit dem Multiple-Choice-System - können ja die individuellen Fähigkeiten der Studenten überhaupt keine Rolle spielen.
PM: Gibt es auch offizielle Untersuchungen ungarischen Ausbildungssystems für Mediziner?
Professor Hoppe:
Ja, eine Kommission, zusammengesetzt aus Beamten des
Bundes-Gesundheitsministeriums, der Gesundheitsministerien der Länder und Mitarbeiter der Ärztekammer, war 1999 in Ungarn. Wie man es in ihrem Bericht, die sie im August 2000 abgegeben hat, nachlesen kann, war sie sehr zufrieden.
PM: Man sagt, in Deutschland, das ungarische Unterrichtssystem sei verschult. Wie
sind Ihre Beobachtungen?
Professor Hoppe:
Medizinstudium ist auch in Deutschland verschult, was einfach an der Stoffmenge liegt. Es liegt nicht an der Methode. Wenn man den Zeitraum von sechs Jahren einhalten will, ist es notwendig, dass man das Studium sehr stark organisiert, ordnet. So können die tradierten Vorstellungen vom Studentenleben, wonach man viel verschiedenes Wissen aneignet und dann sich zur Prüfung anmeldet, nicht funktionieren - allein schon durch die Stofffülle. Das kann bei geisteswissenschaftlichen Fächern funktionieren. In der Medizin dagegen, baut das eine Wissen auf das andere auf, man kann nicht zuerst das Dach konstruieren, gleichzeitig Fundament und Mittelbau weglassen. Das war immer schon so und viele junge Leute beklagen noch heute, dass das Medizinstudium zu verschult sei.
PM: Werden die Studenten in Ungarn häufiger geprüft (dort gibt es ja kein Vorphysikum,
Physikum etc., sondern wie in Österreich Rigorosen am Ende jeden Jahres)?
Professor Hoppe:
Nein. Denn auch in Deutschland gibt es jede Menge Prüfungen, allein schon dadurch, dass für alle Kurse und Übungen, zumindest schriftlich, Aufnahmeprüfungen, Mittelprüfungen, Abschlussprüfungen, oder so genannte Tests durchgeführt werden - zumeist nachdem Multiple-Choice-System. Leider. Die Prüfungen sind zwar anders, aber was die Anzahl angeht, sind sie nicht unterschiedlich.
PM: Sind die Gruppen - etwa bei den Praktika - in Ungarn kleiner oder größer?
Professor Hoppe:
Die Gruppen sind kleiner als in Deutschland - wenn man von der Privatuniversität Witten/Herdecke absieht - was fürs Studieren enorm förderlich ist, weil die Professoren eine ganz andere Beziehung zu den Studenten haben, als wenn sie Massen vor sich haben.
PM: Haben Sie gute oder schlechte Erfahrungen mit Absolventen der Semmelweis Universität
in Budapest?
Professor Hoppe:
Nur gute, sie sind sehr motiviert, sie sind sehr früh einsetzbar am Krankenbett, weil sie schon während der Ausbildung einen intensiven Patientenkontakt gehabt haben und nicht nur theoretische Erfahrungen gewonnen haben, wie etwas geht, sondern dies selbst miterlebt haben.
PM: Würden Sie einem deutschen Studenten raten, in Budapest zu studieren?
Professor Hoppe:
Ja, natürlich. Von den Studieninhalten und der Vermittlung her ist das eine gute Universität und Budapest ein guter Ort zum Studieren. Man muss allerdings berücksichtigen, dass es bezahlt werden muss. Und das kann für manche Eltern schwierig werden.
(Ungarisch-Deutsches Pressebüro, Peter Meleghy) |
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